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Erste Stellungnahme der Firma Grünenthal zur Denkmalseinweihung
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THEMA: Erste Stellungnahme der Firma Grünenthal zur Denkmalseinweihung

Erste Stellungnahme der Firma Grünenthal zur Denkmalseinweihung 30 Aug 2012 12:40 #21180

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Grünenthal von Kritik "überrascht"

Bei Grünenthal zeigt man sich "überrascht" ob der harschen Kritik. Grünenthal sei weder Initiator des Denkmals noch Ausrichter der Einweihungszeremonie, sagt Unternehmenssprecher Frank Schönrock. Der Contergangeschädigte Johannes Igel, auf dessen Initiative das Denkmal errichtet werde, sei vielmehr auf Grünenthal zugekommen, weil er und die Stadt Stolberg keine andere Möglichkeit der Finanzierung gesehen hätten. Stolberg ist der Firmensitz von Grünenthal.

Das Unternehmen habe sich dann dafür entschieden, das Denkmal zu bezahlen. Man habe dem "großen Anliegen der Betroffenen" Rechnung tragen wollen, weil man "dass Contergan in der Gesellschaft nicht in Vergessenheit gerät". "Wie wären denn die Reaktionen gewesen, wenn wir die Bitte abgelehnt hätten?", fragt Schönrock.

Vollständiger Text bei der Berliner Zeitung:

www.berliner-zeitung.de/panorama/conterg...808334,17006012.html
Grüsse Euch

Braunauge

Aw: Erste Stellungnahme der Firma Grünenthal zur Denkmalseinweihung 30 Aug 2012 14:47 #21183

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Grünenthal sei weder Initiator des Denkmals noch Ausrichter der Einweihungszeremonie, sagt Unternehmenssprecher Frank Schönrock

Allso gehe ich davon aus. Das von Grünenthal und auch der Familie Wirtz keinen anwesen sein wird.
Wie Herr Schönrock ja sagt haben sie nicht damit zutun. Sie haben nur wohlwollend den armen Contis helfen wollen.
Fiat
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Aw: Erste Stellungnahme der Firma Grünenthal zur Denkmalseinweihung 31 Aug 2012 18:34 #21190

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Süddeutsche Zeitung


Medikamentenskandal um Firma Grünenthal Contergan-Hersteller entschuldigt sich erstmals bei Opfern

31.08.2012, 17:25




Spätes Schuldeingeständnis: Bei der Einweihung eines Contergan-Denkmals hat der Pharmakonzern Grünenthal die Opfer des Medikamentenskandals erstmals direkt um Verzeihung gebeten. Durch das Schlafmittel waren vor 50 Jahren Tausende Kinder mit Missbildungen geboren worden.









Der frühere Contergan-Hersteller Grünenthal hat sich erstmals bei den Opfern des Arzneimittelskandals entschuldigt. Bei der Einweihungsfeier des ersten Denkmals für die weltweit 10.000 Opfer sagte Grünenthal-Geschäftsführer Harald Stock in Stolberg bei Aachen, es sei bedauerlich, dass Grünenthal nicht viel früher auf die Opfer zugegangen sei. "Darüber hinaus bitten wir um Entschuldigung, dass wir 50 Jahre lang nicht den Weg zu Ihnen, von Mensch zu Mensch, gefunden haben. Stattdessen haben wir geschwiegen."
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Aw: Erste Stellungnahme der Firma Grünenthal zur Denkmalseinweihung 31 Aug 2012 20:10 #21191

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Vor 37 Jahren versuchte ich als junger Student der Rechtswissenschaft, die Korruption in Bezug auf diesen Skandal aufzudecken, wurde aber mit einem Verfahren wegen Verleumdung und Schadensersatzandrohung von 200 000 DM bedroht... Ich haette noch nicht einmal die finanzielle Moeglichkeit, mich dagegen zu verteidigen.
Es gibt eine Kiste mit alten Akten, die viele Leute interessieren koennte, bin jetzt aber zu muede, um wieder in den Ring zu steigen

Kommentar in Welt Online
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Aw: Erste Stellungnahme der Firma Grünenthal zur Denkmalseinweihung 31 Aug 2012 22:10 #21192

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Entschuldigt ?
Leute lest euch mal Bitte genauer durch für was die sich Entschuldigen ?
Dann bildet euch selber eure Meiinung .

Meine steht !
Aber das kann ich hier nicht so Schreiben als Moderatorin .
Lg

Brigitte
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Aw: Erste Stellungnahme der Firma Grünenthal zur Denkmalseinweihung 01 Sep 2012 00:34 #21193

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Brigitte
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Aw: Erste Stellungnahme der Firma Grünenthal zur Denkmalseinweihung 01 Sep 2012 06:57 #21194

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Vielen lieben Dank, Dir liebe Brigitte für den mutigen und wortstarken Wortbeitrag während der Gedenkstunde nach der Rede von Herrn Stock. Das war klasse und medienvirksam.
Grüsse Euch

Braunauge
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Aw: Erste Stellungnahme der Firma Grünenthal zur Denkmalseinweihung 01 Sep 2012 17:55 #21207

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Hallo,
nachfolgend der Text von der Rede von
Dr. Harald F. Stock,

Vorsitzender der Konzernleitung der Grünenthal Gruppe
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, meine sehr verehrten Gäste – aber vor allem lieber Herr Igel!

Dass heute ein Vertreter Grünenthals die Gelegenheit bekommt, an diesem besonderen Tag zu diesem speziellen Anlass zu sprechen, wird mit Sicherheit kontrovers diskutiert werden. Für die Möglichkeit, heute zu sprechen, darf ich mich recht herzlich bedanken. Contergan ist und wird auch immer Teil unserer Firmen-geschichte sein. Wir haben eine Verantwortung, der wir uns offen stellen.

Dieser Tag heute ist von Mut und Engagement geprägt.

Sie, lieber Herr Igel, sind mutig. Und Sie sind engagiert. Sie haben eben selbst geschildert, wie stark Sie davon geträumt und wie viel Sie daran gearbeitet haben, dass Sie – die Betroffenen – ein Symbol und einen Platz wider des Vergessens in unserer Gesellschaft erhalten. Ihren Wunsch kann ich persönlich sehr gut verstehen.

Dennoch konnten wir alle in den vergangenen Tagen in den Medien und durch Meinungsäußerungen von Beteiligten – und Unbeteiligten – erfahren, dass dieser Tag heute neben viel Zustimmung auch sehr kritische Reaktionen auslöste. Ich denke, Sie stimmen mir zu, es liegt in der speziellen Natur der Thematik, dass positive Intentionen aus anderen Motivationen heraus kritisiert werden.

Wir haben uns entschieden, Ihr Anliegen, Herr Igel, das auch ein Anliegen vieler Betroffener ist, zu unterstützen. Das Denkmal symbolisiert einen wichtigen Meilen-stein einer Entwicklung. Es ist eine Entwicklung zu dauerhaftem Dialog, andauerndem aufeinander Zugehen, beginnendem Bemühen um Verstehen und – daraus folgend – zu gemeinsamem Handeln. Eine Entwicklung, die 2007 mit der Aufnahme von offiziellen und regelmäßigen Gesprächen von Vertretern unseres Unternehmens und Vertretern der Betroffenen ihren Anfang nahm. Im Laufe der vergangenen Jahre führte der intensivierte Dialog zu unserer Zustiftung von 50 Mio. Euro im Jahr 2009, zu Projekten im In- und Ausland, wie beispielsweise der belgischen Patientenkarte oder der vor ca. 1 Jahr begonnenen direkten Unter-stützung von Härtefällen, deren Bedarf nicht über die Stiftung oder die Sozialträger gedeckt wird.

In vielen Gesprächen mit Betroffenen, aber auch zum Beispiel mit dem Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen – gerade in den vergangenen Monaten – haben wir gelernt, dass wir unser tiefes Bedauern gegenüber den Betroffenen, insbesondere gegenüber ihren Müttern öffentlich deutlich machen müssen.

Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und werden dieser auch in Zukunft in bedarfsorientierten Projekten und Initiativen nachkommen.

Dass ich hier heute stehen und einige Worte an Sie alle richten darf, ist trotzdem keine Selbstverständlichkeit.

Ihre Courage, lieber Herr Igel, auf Initiative von Herrn Bürgermeister Gatzweiler unsere Unterstützung anzunehmen – auch gegen den Widerstand von Betroffenen¬vertretern –, Ihre Bereitschaft uns heute zuzuhören, zeugt von Größe, denn Grünenthal ist das Unternehmen, in dem Contergan entwickelt und vermarktet wurde.

Im Namen Grünenthals mit seinen Gesellschafterinnen und Gesellschaftern und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möchte ich die Gelegenheit wahrnehmen, heute anlässlich dieser Stunde des Gedenkens unser großes Bedauern über die Folgen von Contergan und unser tiefes Mitgefühl für die Betroffenen, ihren Müttern und ihren Familien zum Ausdruck zu bringen. Wir sehen sowohl die körperlichen Beschwernisse als auch die emotionale Belastung, die die Betroffenen selbst, ihre Familien und besonders ihre Mütter aufgrund von Contergan erleiden mussten und auch heute täglich ertragen.

Das Leid mit Contergan ereignete sich vor 50 Jahren, in einer Welt, die völlig anders war als heute. Die internationale Wissenschaft, die pharmazeutische Industrie und auch Regierungen, Gesetzgeber und Verwaltungen haben sehr viel daraus lernen müssen. In der ganzen Welt hat es die Entwicklung von neuen Zulassungsverfahren und gesetzlichen Rahmenbedingungen beeinflusst, die zum Ziel haben, die Risiken neuer Medikamente für Patienten so weit wie möglich zu minimieren.

Grünenthal hat bei der Entwicklung von Contergan nach dem damaligen wissenschaftlichen Kenntnisstand gehandelt und allen Industriestandards für das Testen von neuen Medikamenten entsprochen zu haben, die in den 1950er und 1960er Jahren maßgeblich und anerkannt waren. Wir bedauern, dass durch die Tests, die wir und andere durchgeführt haben, das teratogene, also frucht-schädigende, Potenzial von Contergan nicht festgestellt werden konnte, bevor es eingeführt wurde.

Deshalb wurde es von vielen Frauen eingenommen, die keinen Grund hatten, sich vorzustellen, dass es ihren ungeborenen Kindern ernsthaft schaden könnte. Daher möchten wir uns heute an die Betroffenen und insbesondere an deren Mütter richten. Wir sehen, dass die Mütter eine große Last tragen.

Darüber hinaus bitten wir um Entschuldigung, dass wir fast 50 Jahre lang nicht den Weg zu Ihnen von Mensch zu Mensch gefunden haben. Stattdessen haben wir geschwiegen und das tut uns sehr leid.

Wir bitten Sie, unsere lange Sprachlosigkeit als Zeichen der stummen Erschütterung zu sehen, die Ihr Schicksal bei uns bewirkt hat. Wir haben gelernt, wie wichtig es ist, uns mit den Betroffenen auszutauschen und ihnen zuzuhören. Wir haben begonnen, gemeinsam mit den Betroffenen Projekte zu entwickeln und umzusetzen, um ihre Lebenssituation zu verbessern und auch in Notlagen unkompliziert und unbüro¬kratisch zu unterstützen. Wir werden diesen Weg auch in Zukunft weitergehen.

Wir wünschten, das Contergan-Unglück wäre niemals geschehen. Es wird heute und in Zukunft ein bedeutender Teil unseres Denkens und Handelns sein.

>>Quelle<<

Schönes Wochenende
Gruß Markus

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Aw: Erste Stellungnahme der Firma Grünenthal zur Denkmalseinweihung 03 Sep 2012 12:10 #21263

  • Ruedi
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„Gestern bin ich von jemanden mit den Worten "Darf ich Sie mal etwas fragen?" angesprochen worden. "Hat man sich bei Ihnen persönlich entschuldigt?" Er sei Arzt und hat sich mit der Problematik Contergan intensiv befasst. Wie mit uns Betroffenen umgegangen wurde und ist, sei nicht in Ordnung (den Wortlaut kann ich hier nicht wiedergeben. Ebenso wenig seine Meinung im Allgemeinen zum Thema Pharmaunternehmen. Das sind keine schönen Ausdrücke). Er ließ durchblicken, daß sehr viel früher hätte gehandelt werden können um die Katastrophe in diesem Umfang zu verhindern. Aber eine Entschuldigung war das von Grünenthal nicht, meinte er. "Oder wie empfandest Du das?" fragte er seine Frau die gerade dazu kam. Sie war der Meinung, das könnte man doch als Entschuldigung werten. Nachdem ich entgegegnete, daß die sich nur für die 50 Jahre Sprachlosigkeit uns gegenüber entschuldigt hätten. Pflichtet sie mir bei, das ist keine Entschuldigung, das sei eine Schw....
Ich denke, dem ist nicht viel mehr hinzu zu fügen.
Viele Grüsse Rüdiger
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