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THEMA: Diskussion über Lebenschancen Behinderter

Diskussion über Lebenschancen Behinderter 24 Nov 2009 17:31 #8383

  • sita
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Grundsätzlich hat JEDES Leben, unabhängig wie andersartig der Mensch gestaltet ist, ein RECHT auf LEBEN und damit ein Existenzberechtigungsdasein.
Neulich habe ich einen Bericht über "Koma-wach-Patienten" gelesen. Da war ein Mensch mehrere Jahre gefangen in seinem Körper und konnte sich nicht bemerkbar machen, dass dieser Mensch ALLES BEWUSST mitbekommen hatte. Bei der Frage, ob er zufrieden war, so in diesem Leben, antwortete er eindeutig beJAend. Die Verwandschaft wollte/konnte dies nicht nachvollziehen und wollte "Lebensbeendende Massnahmen" (Schläuche abbstellen etc.)durchführen lassen.
Denke, es hängt allein stark von der Gesellschaft ab, schwächeren Menschen zu unterstützen.
Ich sehe es als ungeschriebene moralische Pflicht, eine Selbstverständlichkeit, Schwächeren generell zu unterstützen! Dies gilt in der Gesellschaft umzusetzen!
"Morden", also ein "Nachhelfen", so sehe ich es, wäre denn nicht nötig. Natürlich gibt es Ausnahmen: z. B. wenn Leib und Seele der Mutter und/oder Kind in Gefahr ist. Die Natur sollte den "Job" erledigen!

Diskussion über Lebenschancen Behinderter 26 Nov 2009 20:35 #8427

  • Anonymous
Eine Schwangerschaftsunterbrechung und das Austragen eines Kindes sind grundsätzlich persönliche Entscheidungen der Eltern bzw. der Mütter. Der Gesetzgeber hat für eine Unterbrechung eine Frist gesetzt, wo die jetzt genau liegt, weiß ich nicht - aber es waren mal 12 Wochen. Dazu kann man stehen, wie man will - ich werde und will das nicht bewerten.

Anders sieht das aus bei "behinderten" Embryonen bzw. Ungeborenen, da gibt es Regelungen, die eine Abtreibung bis zur 26. Schwangerschaftswoche erlauben. Die katholische Kirche, sie wurde in einem älteren Beitrag erwähnt, die grundsätzlich gegen "Abtreibungen" argumentiert (und gegen Verhütung!), erlaubt Abtreibungen für behinderte Embryonen. Das sollte man wissen, wenn man über das Thema diskutiert.

Es gibt zahlreiche, nachvollziehbare Gründe für Schwangerschaftsabbrüche, die man nicht wegdiskutieren kann. Letztlich bleibt es eine Gewissensentscheidung der Eltern bzw. Mütter (die oft genug mit dieser Entscheidung allein gelassen werden). Für mich persönlich kam eine "Abtreibung" nie infrage - ich (und meine Ex-Frau) wollte/n alle drei Kinder. Aber auch bei uns, war das eine Entscheidung - jeweils für das Kind.

Unser erstes Kind war eine Hausgeburt. Der Frauenarzt und Geburtshelfer meiner Frau versuchte dies massiv zu verhindern. Auch suggerierte er ihr, dass eine Behinderung für das Kind "bei DEM Mann" nicht ausgeschlossen wäre, nein sogar wahrscheinlich.

Mir jedenfalls sind radikale Positionen in diesem Themenfeld völlig suspekt. Sie sind dem Thema "Leben" nicht angemessen. Es kann nicht nur das Leben des Kindes allein diskutiert werden, sondern es muss auch das Leben der Mutter bzw. Eltern berücksichtigt werden.

In den USA werden Frauen bzw. deren Familien, deren Ungeborenes "behindert" ist, die Krankenversicherungen gekündigt. Dies ist relativ häufig vorgekommen, natürlich trieben diese oft ab. Ein Pharmariese bot einer Mutter 50.000 Dollar an, wenn sie ein Kind austrüge, was defacto nur ein paar Tage leben würde. Die Firma brauchte die Hirnanhangdrüse des Säuglings - außerdem fanden sich noch Interessenten für die Nieren und die Milz.

Bei unseren Kindern haben wir auf jeglichen Früherkennungstest bewusst verzichtet - aber wie gesagt, diese Entscheidung muss bei den Eltern/Müttern bleiben, die nimmt einem keiner ab und die sollten wir auch respektieren.

liebe Grüße

Stephan

Diskussion über Lebenschancen Behinderter 26 Nov 2009 21:01 #8429

  • igel1
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Don van Vliet schrieb:
Eine Schwangerschaftsunterbrechung und das Austragen eines Kindes sind grundsätzlich persönliche Entscheidungen der Eltern bzw. der Mütter. Der Gesetzgeber hat für eine Unterbrechung eine Frist gesetzt, wo die jetzt genau liegt, weiß ich nicht - aber es waren mal 12 Wochen. Dazu kann man stehen, wie man will - ich werde und will das nicht bewerten.

Anders sieht das aus bei "behinderten" Embryonen bzw. Ungeborenen, da gibt es Regelungen, die eine Abtreibung bis zur 26. Schwangerschaftswoche erlauben. Die katholische Kirche, sie wurde in einem älteren Beitrag erwähnt, die grundsätzlich gegen "Abtreibungen" argumentiert (und gegen Verhütung!), erlaubt Abtreibungen für behinderte Embryonen. Das sollte man wissen, wenn man über das Thema diskutiert.

Es gibt zahlreiche, nachvollziehbare Gründe für Schwangerschaftsabbrüche, die man nicht wegdiskutieren kann. Letztlich bleibt es eine Gewissensentscheidung der Eltern bzw. Mütter (die oft genug mit dieser Entscheidung allein gelassen werden). Für mich persönlich kam eine "Abtreibung" nie infrage - ich (und meine Ex-Frau) wollte/n alle drei Kinder. Aber auch bei uns, war das eine Entscheidung - jeweils für das Kind.

Unser erstes Kind war eine Hausgeburt. Der Frauenarzt und Geburtshelfer meiner Frau versuchte dies massiv zu verhindern. Auch suggerierte er ihr, dass eine Behinderung für das Kind "bei DEM Mann" nicht ausgeschlossen wäre, nein sogar wahrscheinlich.

Mir jedenfalls sind radikale Positionen in diesem Themenfeld völlig suspekt. Sie sind dem Thema "Leben" nicht angemessen. Es kann nicht nur das Leben des Kindes allein diskutiert werden, sondern es muss auch das Leben der Mutter bzw. Eltern berücksichtigt werden.

In den USA werden Frauen bzw. deren Familien, deren Ungeborenes "behindert" ist, die Krankenversicherungen gekündigt. Dies ist relativ häufig vorgekommen, natürlich trieben diese oft ab. Ein Pharmariese bot einer Mutter 50.000 Dollar an, wenn sie ein Kind austrüge, was defacto nur ein paar Tage leben würde. Die Firma brauchte die Hirnanhangdrüse des Säuglings - außerdem fanden sich noch Interessenten für die Nieren und die Milz.

Bei unseren Kindern haben wir auf jeglichen Früherkennungstest bewusst verzichtet - aber wie gesagt, diese Entscheidung muss bei den Eltern/Müttern bleiben, die nimmt einem keiner ab und die sollten wir auch respektieren.

liebe Grüße

Stephan


Stephan!

Aufgrund welcher Grundlage, ist die Kath. Kirche bereit Abtreibung von behinderten Kinder zu tolerieren.

Diskussion über Lebenschancen Behinderter 26 Nov 2009 21:44 #8430

  • Anonymous
@Igel
Die Kirche toleriert Abtreibung nicht!

Stellung der Kirche zur Abtreibung:
"Der Schutz des menschlichen Lebens von seinem Beginn bis zum Ende ist ein Gebot Gottes"

Der Papst hat 2007 in Wien Abtreibung und aktive Sterbehilfe in sehr scharfer Form verurteilt: "Das grundlegendste Menschenrecht, die Voraussetzung für alle anderen Rechte, ist das Recht auf das Leben selbst. Das gilt für das Leben von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende". Abtreibung könne demgemäß kein Menschenrecht sein, sondern sei "das Gegenteil davon".
Der Vatikan veröffentlichte das Bioethik-Dokument "Dignitas Personae". Übersetzt lautet der Titel "Die Würde der Person".
Hauptaussage dieses Dokuments:
Der Embryo hat von Anfang an die Würde einer Person.
Die Wissenschaft muss daher die Würde des menschl. Lebens in all seinen Phasen achten


LG

Diskussion über Lebenschancen Behinderter 26 Nov 2009 21:56 #8431

  • igel1
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  • Punkte: 0
seehas schrieb:
@Igel
Die Kirche toleriert Abtreibung nicht!

Stellung der Kirche zur Abtreibung:
"Der Schutz des menschlichen Lebens von seinem Beginn bis zum Ende ist ein Gebot Gottes"

Der Papst hat 2007 in Wien Abtreibung und aktive Sterbehilfe in sehr scharfer Form verurteilt: "Das grundlegendste Menschenrecht, die Voraussetzung für alle anderen Rechte, ist das Recht auf das Leben selbst. Das gilt für das Leben von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende". Abtreibung könne demgemäß kein Menschenrecht sein, sondern sei "das Gegenteil davon".
Der Vatikan veröffentlichte das Bioethik-Dokument "Dignitas Personae". Übersetzt lautet der Titel "Die Würde der Person".
Hauptaussage dieses Dokuments:
Der Embryo hat von Anfang an die Würde einer Person.
Die Wissenschaft muss daher die Würde des menschl. Lebens in all seinen Phasen achten


LG


Danke für die schnelle Info!

Hätte mich auch überrascht, wenn es anders gewesen wäre.

igel1

Diskussion über Lebenschancen Behinderter 27 Nov 2009 01:05 #8434

  • Anonymous
Die Haltung der katholischen Kirche zu Schwangerschaftsabbrüchen ist bekannt - und dennoch mal folgendes kurzes Zitat als ein Beleg:

[font=Comic Sans MS:1cxmah1w]Diözesanrat der Katholiken unterstützt Unions-Gruppenantrag

Die absehbare Behinderung eines Kindes darf nach Auffassung des Diözesanrates der Katholiken im Erzbistum München und Freising „prinzipiell kein Grund für eine Abtreibung sein“. Um den Eltern die Entscheidung für ein behindertes Kind zu erleichtern, müssten zusätzliche sozial- und finanzpolitische Rahmenbedingungen geschaffen werden, heißt es in einer am Montag in München veröffentlichten Erklärung des Diözesanrates zur bevorstehenden Behandlung des Themas Spätabtreibungen im Deutschen Bundestag.[/font:1cxmah1w]

Natürlich redet man hier nicht der Abtreibung Behinderter das Wort - aber eine Forderung zum Schutz behinderter Embryonen oder ein Verbot dieser Indikation sieht anders aus. Das lässt sich an älteren Texten noch deutlicher belegen.

Diskussion über Lebenschancen Behinderter 27 Nov 2009 17:09 #8439

  • darkshadow
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Von der Abtreibung ungeborener Kinder bis zur Euthanasie "unwerten Lebens" ist es nur ein ganz kleiner juristisch, ethisch - moralischer Schritt.
Erkundigt Euch mal wie "fortschrittlich" die Niederlande in dieser Hinsicht sind.......
Himmler und Konsorten lassen schön grüßen..............
Wir wissen doch, wie viele unserer Mitbetroffenen als Babies umgebracht worden sind.
Glaubt Ihr ernsthaft dass, wenn wir denn mal in einen Conti - Abschiebe - Knast (Kappeln/Schlei?) eingeliefert worden sind, ein Hahn danach auch nur danach kräht, wenn uns der "Gnadentod" zuteil wird.
Ich jedenfalls halte diese Möglichkeit, wenn das Lebensrecht weiterhin relativiert wird, durchaus für möglich.

Gruß Stephan

Diskussion über Lebenschancen Behinderter 27 Nov 2009 17:42 #8440

  • erniebert
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Zum Thema Abtreibung möchte ich eigentlich nur sagen,dass sich eine Frau/ein Paar diese Entscheidung sicher nicht leicht machen,und dass diese dann
auch respektiert werden sollte.Letztendlich ist es vielleicht humaner als ein ungewolltes Kind zu vernachlässigen,zu misshandeln oder zu töten.Wer sich bewusst für das Kind entscheidet,dem wird es letztendlich auch egal sein,ob es am Down-Syndrom leidet,kurzarmig ist oder rote Locken hat.Diejenige(n) werden mit Andersartigkeit(was ist eigentlich anders bzw. normal?) völlig ungezwungen umgehen.
Dagmar

Diskussion über Lebenschancen Behinderter 27 Nov 2009 17:50 #8442

  • igel1
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Lesetip:

Geschäft Abtreibung.

http://www.amazon.de/Gesch%C3%A4ft-Abtr ... =8-1-fkmr0


igel1

Diskussion über Lebenschancen Behinderter 27 Nov 2009 20:53 #8452

  • darkshadow
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Die Frage ist doch, ob ein ungeborenes Kind ein Recht auf Schutz des Lebens und der Gesundheit hat. Wenn wir Conterganopfer dies ablehnen würden, dann hätten wir, da wir ja bloß als "Zellklumpen" verstümmelt wurden, - ganz krass gesprochen - auch kein Recht auf Entschädigung.

Außerdem, aber das ist meine persönliche Meinung, über die man natürlich trefflich streiten kann:

ABTREIBUNG IST NICHTS ANDERES ALS MORD!

Auch kann ich Euch, nach einem annähernd dreißigjährigen, sehr aktiven Sexualleben Eines versichern:

Man muss schon ganz schön blöd oder blauäugig sein, um ungewollt ein Kind zu zeugen!

Gruß Stephan

erniebert schrieb:
Zum Thema Abtreibung möchte ich eigentlich nur sagen,dass sich eine Frau/ein Paar diese Entscheidung sicher nicht leicht machen,und dass diese dann
auch respektiert werden sollte.Letztendlich ist es vielleicht humaner als ein ungewolltes Kind zu vernachlässigen,zu misshandeln oder zu töten.Wer sich bewusst für das Kind entscheidet,dem wird es letztendlich auch egal sein,ob es am Down-Syndrom leidet,kurzarmig ist oder rote Locken hat.Diejenige(n) werden mit Andersartigkeit(was ist eigentlich anders bzw. normal?) völlig ungezwungen umgehen.
Dagmar
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