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THEMA: Neues von der Stiftung

Neues von der Stiftung 12 Mai 2021 18:44 #48100

Der Vorstand steht hierzu in Kontakt mit den Abgeordneten[/quote]
Da muss man ja gespannt sein was dabei raus kommt.
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Neues von der Stiftung 21 Mai 2021 08:00 #48123

GEFÄSSSTUDIE – UNIKLINIK KÖLN REICHT FÖRDERANTRAG EI
20. Mai 2021
Die Uniklinik Köln hat bei der Geschäftsstelle der Conterganstiftung einen Förderantrag zur Durchführung der Gefäßstudie eingereicht. Der Vorstand und die Geschäftsstelle sind derzeit mit der Prüfung des Förderantrages beschäftigt. Der Förderantrag wird anschließend dem Stiftungsrat zur Entscheidung vorgelegt werden.

Wir hoffen, dass ein schnellstmöglicher Studienbeginn realisiert werden kann und werden Sie über die weitere Entwicklung regelmäßig informieren.

Neues von der Stiftung 21 Mai 2021 08:00 #48124

Neues von der Stiftung 25 Mai 2021 18:31 #48157

DIE NEUEN REGELUNGEN STÄRKEN DIE AUTONOMIE DER BETROFFENEN“
25. Mai 2021
Der Deutsche Bundestag hat am 20.05.2021 das Sechste Gesetz zur Änderung des Conterganstiftungsgesetzes beschlossen. Die vier Regelungsinhalte in Kürze:

Die Höhe der Schadenspunkte wird ab sofort gesetzlich geschützt.
Die für die jährliche Sonderzahlung vorgesehenen Stiftungsmittel werden zum 30.06.2022 als Einmalzahlung an die Leistungsberechtigten der Conterganstiftung ausgeschüttet.
Der unantastbare Kapitalstock der Stiftung wird von bislang 6,5 Millionen Euro auf 1,5 Millionen Euro abgeschmolzen. Die freiwerdende Summe von 5 Millionen Euro soll zukünftig für die Finanzierung von Projekten verwendet werden.
Die Conterganstiftung für behinderte Menschen wird in „Conterganstiftung“ umbenannt.
Dieter Hackler, Vorstand der Conterganstiftung: „Durch die neuen Regelungen wird die Autonomie der Betroffenen erheblich gestärkt.Wir freuen uns, dass die Abgeordneten die Vorschläge der Conterganstiftung aufgegriffen haben, auch wenn der Kapitalstock jetzt nicht zur Auszahlung kommt, weil einzelne Betroffene das lieber nicht wollten. Wir begrüßen auch, dass die Auszahlung der Mittel entgegen der ersten Gesetzesvorlage, um ein Jahr vorgezogen wurde und nun am 30.06.2022 erfolgen kann. Dies entspricht unserem ursprünglich geäußerten Wunsch.“

Die Ausschüttung des Stiftungskapitals an die Betroffenen hatte der Vorstand der Conterganstiftung bereits im August 2020 beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend angeregt (CIP berichtete hier). Für diesen Vorschlag gab es Zuspruch und Unterstützung sowohl aus dem Kreis der Betroffenen, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend als auch von den Berichterstattern der Regierungsfraktionen, Ursula Schulte (MdB, SPD) und Stephan Pilsinger (MdB, CSU).

Bislang durfte die Stiftung zur Finanzierung von Projekten lediglich die aus dem Kapitalstock erzielten Erträge verwenden. Auf Wunsch einiger Betroffener fiel die Entscheidung, die freiwerdende Summe nicht auszuschütten, sondern für weitere Projekte einzusetzen. Hackler: „Die Finanzierung der Gefäßstudie ist durch Mittel des Bundeshaushaltes sowie erzielter Erträge aus den Vermögensanlagen der Stiftung nach der derzeitigen Beschlusslage des Stiftungsrates gesichert.“

Bei der Auswahl zukünftiger Projektförderungen, bei denen der Rahmen des durch den Stiftungsrat erstellten Vergabeplans eingehalten werden muss, wird der Vorstand die Betroffenen wie in den vergangenen Jahren mit einbeziehen. Der Vorstand hält es durchaus auch für möglich, dass eine Auszahlung der Mittel an die Betroffenen in der nächsten Legislaturperiode noch einmal mit den entsprechenden Gremien diskutiert werden kann.

Hackler: „Der Vorstand bedankt sich bei allen Akteuren, die im Vorfeld konstruktiv kooperiert haben: bei den Betroffenen, den Abgeordneten des Deutschen Bundestages, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Familienministerium sowie dem Team der Geschäftsstelle der Conterganstiftung. Alle haben vertrauensvoll zusammengearbeitet und so eine deutliche Verbesserung zum Wohle der Menschen mit Conterganschädigung erreicht.“

Den Text des Gesetzes können Sie hier nachlesen.
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Neues von der Stiftung 25 Mai 2021 18:31 #48158

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Neues von der Stiftung 25 Mai 2021 18:33 #48159

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Neues von der Stiftung 26 Mai 2021 09:17 #48160

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...auch wenn der Kapitalstock jetzt nicht zur Auszahlung kommt, weil "einzelne Betroffene" das lieber nicht wollten...

...Auf Wunsch "einiger Betroffener" fiel die Entscheidung, die freiwerdende Summe nicht auszuschütten, sondern für weitere Projekte einzusetzen....

Irgendwie frage ich mich schon, was die "einzelnen, wenigen Betroffenen" für eine Lobby haben. Ich empfinde das als eine echte Zumutung.
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Neues von der Stiftung 26 Mai 2021 09:55 #48161

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Wer bestimmt denn überhaupt über den Verbleib dieses Kapitals ?

Wenn Betroffene lt. Stiftung für Ausgaben in Projekte der Meinung sind und andere wieder für die Auszahlung an die Betroffen sind, muss doch irgend jemand eine Entscheidung treffen. Sollen sich doch die Betroffenen die für Projekte sind, mal hier "outen" und erklären warum !
Ich bin der Meinung es gehört zur Auszahlung... genug geforscht und rum gedoktert... wir werden nicht mehr jünger !
Selbst ein Weg von tausend Meilen beginnt mit einem Schritt

Neues von der Stiftung 26 Mai 2021 10:17 #48162

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Ganz bestimmt werden diejenigen Betroffenen von diesen noch ausstehenden Projekten profitieren können, und wohl auch mehr, als was eine direkte Auszahlung bringen würde. Was anderes kann ich mir darunter nicht vorstellen. Es sei denn, man belehrt mich eines Besseren.
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Neues von der Stiftung 26 Mai 2021 11:17 #48163

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Wie?? Solange wir so nen medizinischen Dienst unter einem HERRN Dr S.H. haben der bei jedem Gutachten sagt das daß in der Bevölkerung gang und gebe ist!! Und seine Kollegin Frau Dr. (der Name ist mir abhanden gekommen) die von einem Conti verlangt das er von irgendeinem anderen Arzt der schon lange im niewade ist, seine damaligen Untersuchungsergebnisse vorlegen soll weil sie das jetzige Ergebnisse nicht nachvollziehen kann!! Also was sollen diese Conti's von einer neuen Studie haben??
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Neues von der Stiftung 26 Mai 2021 13:58 #48164

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Das Problem ist, dass bisher vor allem Projekte gefordert wurden, die bereits anderweitig behandelt wurden und/oder auch finanzierbar wären. Sei es das Blutdruckmessgerät für Ohnarmer oder auch die Häufigkeit von Osteoporose bei contergangeschädigten Menschen.

Stiftungsvorstand, Udo Herterich, LV NRW, ICTA, wir - das Contergannetzwerk Deutschland e.V. - und ich als gewählter ordentlicher Betroffenenvertreter waren für eine Auszahlung unmittelbar an die Geschädigten (zumindest großteils) und zwar zusammen mit der Auflösung des Vermögens bezüglich der Sonderzahlungen. Da haben sich einige bewusst dagegen gestellt. Da aber auch die Auszahlung erst im Jahre 2023 erfolgen sollte, wobei wir alle entschieden auf ein Vorziehen auf das Jahr 2022 gedrungen haben, gab es eine Art Kompromiss im politischen Geschehen: Auszahlung Vermögen bezüglich Sonderzahlung im Jahr 2022 und die 5 Millionen in den Projektetopf, mit den erklärten - verschriftlichen - Wünschen der Fachpolitiker, dass die Betroffenenvertreter bei den Ausgaben mit einbezogen werden sollen und zudem man in der kommenden Legislaturperiode nochmal über eine Auszahlung an die Betroffenen nachdenken kann/solle.

Nächstes Jahr gibt es ohnehin nochmal eine Diskussion um Gesetzesänderungen: insbesondere zur Hinterbliebenversorgung , die wir seit dem Bestehen des CND gefordert haben; zur Struktur der Conterganstiftung.

Weiterhin hat unser Forderungskatalog eh noch viele Punkte..... www.contergannetzwerk.de/Forderungskatalog2020_CND.pdf

Liebe Grüße



.
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Neues von der Stiftung 26 Mai 2021 14:58 #48165

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Ist jetzt eigentlich schon ein Termin bekannt wann das Gericht über die Zahlungen von Belgien und Irland entscheidet die die dortigen C.geschädigten bekommen haben und ob diese weiter auf die Renten angerechnet werden?
Liebe Grüße
Lilly
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Neues von der Stiftung 26 Mai 2021 15:37 #48166

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Naja!! So wird nen Schuh draus und lässt hoffen!!
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Neues von der Stiftung 26 Mai 2021 15:42 #48167

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Nicht das einer glaubt ich wäre geil auf diese Auszahlung aber es muss alles besprochen werden!!
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Neues von der Stiftung 31 Aug 2021 11:00 #48418

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Neues von der Stiftung 31 Aug 2021 11:01 #48419

DAS THEMA CONTERGAN IST IN MEINER GENERATION NAHEZU UNBEKANNT“
30. August 2021
In der Bachelorarbeit geht es auch um die Macht der Bilder.



Julia Voswinckel (24) hat eine Bachelorarbeit über den Medizinskandal geschrieben. Würde man die Menschen auf Deutschlands Straßen nach dem Stichwort „Contergan“ befragen, gäbe es häufiger ein Achselzucken, speziell bei den Jüngeren. Julia Voswinckel ist hier eine Ausnahme. In ihrer Arbeit an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz zum Thema Conterganskandal geht es um den gesellschaftlichen Umgang mit Medien, Medikamenten – und die Macht der Bilder.





FRAU VOSWINCKEL, SIE HABEN SICH FÜR DEN CONTERGANSKANDAL ALS THEMA IHRER BACHELORARBEIT ENTSCHIEDEN. WIE KAMEN SIE AUF DAS THEMA – ODER KAM ES EHER ZU IHNEN?
Ein bisschen von beidem und auch ein wenig per Zufall. Im Vorsemester hatte ich ein Seminar zum Thema Fotografie bei meinem späteren Betreuer besucht. Ich wollte den Bereich Fotografie einbinden und bin in den Vorgesprächen und per Internetrecherche dann auf Bilder von Menschen mit Conterganschädigung gestoßen. Die Bilder und deren Rezeption spielen eine wichtige Rolle in dem Skandal. Ich habe dabei festgestellt, dass es große zeitliche Lücken in der Darstellung gibt. Früher viel, dann Jahrzehnte lang faktisch nichts. Die neuesten Bilder stammten von dem Fotografen Carsten Büll.



SIE WAREN DAMALS 22. IN IHRER GENERATION IST DAS THEMA „CONTERGAN“ KAUM PRÄSENT. WARUM HABEN SIE SICH TROTZDEM SO INTENSIV UND WISSENSCHAFTLICH DAMIT AUSEINANDERGESETZT?
Das stimmt. Ich habe festgestellt, dass nur wenige mit dem Begriff und der Thematik Contergan etwas anfangen können. Vor allem Gleichaltrige und Mitstudierende wussten quasi nichts darüber. Am Ende war also auch das Unwissen meiner Generation ein Grund, die Arbeit zu schreiben. Ich selbst wurde immer neugieriger, warum das so ist. Je mehr ich erfuhr, desto klarer wurde mir die historische Relevanz. Und ich wollte wissen, wie die Menschen damals den Conterganskandal erlebt und wahrgenommen haben. Was ist damals gewesen, wie wurde es gesellschaftlich verhandelt?



DAZU MUSSTEN SIE IN DIE 50ER UND VOR ALLEM 60ER JAHRE DES VERGANGENEN JAHRHUNDERTS EINTAUCHEN. KÖNNEN SIE SKIZZIEREN, ÜBER WELCHE ART VON GESELLSCHAFT DER SKANDAL DAMALS HEREINBRACH?
Nun ja, selbst eine Skizze wäre schon sehr komplex. Schon allein, weil es so viele gesellschaftliche Aspekte zu beachten gibt.

In jedem Fall war es eine Gesellschaft, in der die Ärzteschaft ein hohes Ansehen und auch eine Art Hoheitsanspruch hatte. Der Massenkonsum setzte ein, auch Medikamente wurden in Massen breit und meist unreflektiert konsumiert. Eine Rezeptpflicht oder Arzneimittelgesetze gab es noch nicht, die Informationen über die Mittel holte man sich auch nur bedingt von medizinischer Seite, sondern eher über Mitmenschen. Behinderungen gab es schon, aber nur am Rande der Gesellschaft. Im gesellschaftlichen Diskurs spielten sie keine Rolle. Der heute alltägliche Austausch zwischen der Ärzteschaft, wissenschaftlichen Experten sowie der Politik und der Bevölkerung fand noch nicht statt. Sie alle lebten im Vergleich zu später recht abgeschottet und machten „ihr Ding“.



WISSENSVERMITTLUNG UND INFORMATIONSAUSTAUSCH FÜHREN UNS ZUR ROLLE DER MEDIEN.
Die Rolle der Medien ist sehr spannend. Im Zuge des Conterganskandals wurden sie erstmalig zu einem treibenden Akteur im gesellschaftlichen Diskurs. Sie betrieben eben nicht nur Informationsweitergabe, sondern stellten Fragen, wollten Hintergründe beleuchten, kommentieren, bewerten. Das gilt auch für die Begriffsbildung. So stammt der Terminus „Contergankinder“ tatsächlich von der Bildzeitung und wurde prägend für die gesamte Berichterstattung. Vielleicht erstmals nach dem Krieg traten die Medien meinungsbildend und machtvoll auf. Durch das Nachfragen und das gesellschaftliche Interesse entstand zum ersten Mal Druck auf die Protagonisten, auf Politik und Wissenschaft.

Man kann sagen, dass die Medien sich in den 60ern eine neue Rolle in der Bundesrepublik erarbeitet haben. Sicherlich nicht nur allein durch den Conterganskandal, aber durch ihn eben sehr maßgeblich. Die Rolle der Medien wurde gewichtiger und größer.



DIE ANDERE SEITE: WIE WAR DIE GESELLSCHAFTLICHE WAHRNEHMUNG, WIE IST DIE GESELLSCHAFT MIT DEM SKANDAL UMGEGANGEN?
Das kann man als Wechselspiel beschreiben. Durch die medialen Berichte wurde der Conterganskandal zunächst mal sichtbar: Bilder von tausenden von Kindern, die aufgrund eines Medikamentes mit schweren Schädigungen an Gliedmaßen und inneren Organen zur Welt kamen. Das hat zu einer großen Emotionalisierung geführt, denn es betraf viele Menschen, jeder konnte direkt oder indirekt Opfer werden.

Denn jeder und jede hätte Contergan einnehmen können. Und Millionen hatten es genommen. Die Gesellschaft war geschockt, betroffen, hochgeschreckt. Vieles – Politik, Arzneimittel, Unternehmen etc. – wurden im Zuge des Conterganskandals erstmals und tiefgreifend hinterfragt. Der generell herrschende Fortschrittsglaube wurde abgelöst von einer Grundskepsis gegenüber dem Glauben an uneingeschränkte Machbarkeit. Der Skandal traf auf eine Gesellschaft, die sich immer mehr von autoritären Strukturen emanzipierte.



ES GAB ALSO IN VIELERLEI HINSICHT EINE ZÄSUR.
Das Interessante ist eben, dass das Thema in den 1960er Jahren eine fast durchgehende Aufmerksamkeit hatte. Die Bevölkerung wollte sich beteiligen, forderte Information und Aufklärung ein. Niemand der Beteiligten konnte sich mehr wegducken. Weder Grünenthal noch die Politik. Bis zum Prozess wurde detailliert berichtet. Und dann hörte es relativ plötzlich auf. Das Interesse erlahmte mehr oder weniger seit den frühen 70ern. Das Thema ist weitgehend aus dem Diskurs verschwunden. Bis eben vor 12, 13 Jahren. Bis zum Contergan-Film und dem Bildband von Carsten Büll.

(Hier finden Sie Interviews mit dem Filmproduzenten Michael Souvignier und dem Fotografen Carsten Büll.)



WELCHE VERÄNDERUNG IM ZUGE DES CONTERGANSKANDALS WAR AUS IHRER SICHT DIE WICHTIGSTE UND NACHHALTIGSTE?
Geblieben ist sicherlich die Kritikfähigkeit gegenüber den Machthabenden. Der Conterganskandal hat die damalige Generation für vieles, was ich oben genannt habe, sensibilisiert. Dass wir Arzneimittelgesetze haben, hat hier seinen Anfang. Ich denke jedoch nicht, dass wir einen singulären Punkt herauspicken können, da vieles bis heute nachwirkt, was damals seinen Anfang genommen hat. Der Umgang mit Behinderung in der Gesellschaft etwa oder die Skepsis gegenüber politischen und wirtschaftlichen Autoritäten.

Der Kontext ist heute aber ein anderer. So sind die gleichen oder ähnliche Themen zwar weiterhin relevant und werden auch diskutiert – nehmen wir nur aktuell die Corona-Impfungen. Aber solche Themen werden heute anders diskutiert. Nicht zuletzt aufgrund einer veränderten Gesellschaft und einer anderen Medienlandschaft.
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Neues von der Stiftung 07 Sep 2021 16:30 #48438

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Wow gleich soviele Beratungen und so schnell nach 50 Jahren!
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