Contergannetzwerk Deutschland e.V. - Forum - Contergannetzwerk Deutschland e.V. https://www.contergannetzwerk.de/ Tue, 23 Jul 2019 02:43:44 +0200 Kunena 1.6 https://www.contergannetzwerk.de/components/com_kunena/template/default/images/icons/rss.png Contergannetzwerk Deutschland e.V. - Forum https://www.contergannetzwerk.de/ en-gb Thema: Gericht weist Klagen von Contergan-Geschädigten ab. - von : werner https://www.contergannetzwerk.de/index.php/forum/263-öffentliche-Mitteilungen/46089-Gericht-weist-Klagen-von-Contergan-Geschädigten-ab.html#46089 https://www.contergannetzwerk.de/index.php/forum/263-öffentliche-Mitteilungen/46089-Gericht-weist-Klagen-von-Contergan-Geschädigten-ab.html#46089 www.vg-koeln.nrw.de/behoerde/presse/Pres.../14_190709/index.php
Gericht weist Klagen von Contergan-Geschädigten auf Entschädigung von Gefäßschäden ab
Das Verwaltungsgericht Köln hat Klagen von Contergan-Geschädigten gegen die Conterganstiftung auf Anerkennung so genannter Gefäßschäden mit vier heute verkündeten Urteilen abgewiesen. Damit blieben die Kläger, deren Mütter während der Schwangerschaft das Präparat mit dem Wirkstoff Thalidomid eingenommen hatten, mit ihren auf die Gewährung höherer Leistungen gerichteten Begehren ohne Erfolg.

Die Kläger erhalten aufgrund von orthopädischen Schäden und anderen körperlichen Fehlbildungen Leistungen aus den Mitteln der Conterganstiftung. Mit ihren Klagen wollten sie erreichen, dass neben diesen bereits anerkannten Schäden auch Gefäßschäden entschädigt werden. Dazu gehören etwa fehlende Blutbahnen oder verlagerte Nervenbahnen. Die Kläger sind der Auffassung, auch diese Gefäßschäden seien dadurch verursacht worden, dass ihre Mütter Ende der 1950er/Anfang der 1960er Jahre Contergan eingenommen hätten.

Dem ist das Gericht nicht gefolgt. Zur Begründung hat es ausgeführt, dass zwar nicht nur die in der so genannten medizinischen Punktetabelle zum Conterganstiftungsgesetz bereits genannten Schadensbilder zu einer Entschädigung führten, sondern eine Erweiterung möglich sei. Allerdings fehlten derzeit zureichende Erkenntnisse zur Wirkung des Wirkstoffs Thalidomid auf die embryonale Entwicklung. Eine gesicherte Grundlage bestehe nur in Bezug auf die allgemeine Wirkung des Stoffs, dem in der Tumorbekämpfung hemmende Wirkungen zugeschrieben würden. Um diese Erkenntnislücke zu schließen, habe die Conterganstiftung eine so genannte Gefäßstudie angestoßen, um zu ermitteln, ob Gefäßanomalien in der Gruppe der Contergan-Geschädigten signifikant häufiger auftreten als in der Gesamtbevölkerung. Die Stiftung sei damit zunächst ihrem gesetzlichen Auftrag gerecht geworden. Schwierigkeiten bei der Gestaltung des Studiendesigns und der Gewinnung einer ausreichenden Zahl von Probanden seien ihr nicht anzulasten und könnten nicht zur Folge haben, dass eine Leistung „auf Verdacht“ zu gewähren sei. Da die Stiftung in der mündlichen Verhandlung nachvollziehbar den Fortschritt der Vorarbeiten zur Studie dargestellt habe, sah das Gericht auch keinen Anlass für eine eigene Beweiserhebung, etwa durch Einholung eines gerichtlichen Sachverständigengutachtens, mit dem die angesprochenen statistischen Daten ohnehin nicht zu gewinnen seien.

Teilweise scheiterten die Klagen auch daran, dass ein vorangegangenes gleichgelagertes Antragsverfahren bestandskräftig abgeschlossen war und nach Überzeugung des Gerichts kein Anlass für ein Wiederaufgreifen bestand, dass sich die geltend gemachten Gefäßschäden nach den Feststellungen von Sachverständigen im Rahmen natürlicher Normvarianten bewegten oder aber dass sie im Zusammenhang mit anderen Schädigungen bereits als abgegolten anzusehen seien.

Gegen die Urteile kann jeweils ein Antrag auf Zulassung der Berufung gestellt werden, über den das Oberverwaltungsgericht in Münster entscheiden würde.

Aktenzeichen: 7 K 5034/16, 7 K 9909/16, 7 K 9912/16 und 7 K 2132/17.]]>
öffentliche Mitteilungen Tue, 09 Jul 2019 17:56:53 +0200
Thema: Radiosender D L F Köln Richter zum Uhrteil der Gefäßschädigung - von : Stefan Hirsch https://www.contergannetzwerk.de/index.php/forum/263-öffentliche-Mitteilungen/46086-Radiosender-D-L-F-Köln-Richter-zum-Uhrteil-der-Gefäßschädigung.html#46086 https://www.contergannetzwerk.de/index.php/forum/263-öffentliche-Mitteilungen/46086-Radiosender-D-L-F-Köln-Richter-zum-Uhrteil-der-Gefäßschädigung.html#46086
Das Uhrteil könnte ihr auf DLF Radio als Podcast unter Contergan zu hören.]]>
öffentliche Mitteilungen Tue, 09 Jul 2019 12:30:07 +0200
Thema: Thalidomid gegen Krebs: Forscher denkt „small molecule“ neu - von : werner https://www.contergannetzwerk.de/index.php/forum/197-Contergan---eine-chemische-Betrachtung/46064-Thalidomid-gegen-Krebs-Forscher-denkt-„small-molecule“-neu.html#46064 https://www.contergannetzwerk.de/index.php/forum/197-Contergan---eine-chemische-Betrachtung/46064-Thalidomid-gegen-Krebs-Forscher-denkt-„small-molecule“-neu.html#46064 www.laborpraxis.vogel.de/thalidomid-gege...lecule-neu-a-842633/

Eppendorf Young Investigator Award 2019
Thalidomid gegen Krebs: Forscher denkt „small molecule“ neu

Ein junger österreichischer Wissenschaftler hat eine bahnbrechende Methode entwickelt, die den zielgerichteten Abbau von Proteinen in vivo ermöglicht. Zudem lässt sie sich offenbar generalisieren. Vollkommen neue Behandlungsstrategien beispielsweise gegen Krebs, erscheinen nun möglich. Dafür erhielt Dr. Georg Winter nun den Eppendorf Young Investigator Award 2019. Den Weg für seine Entdeckung ebnete ein so genanntes kleines Molekül, engl. small molecule, von trauriger Berühmtheit: Thalidomid, der Wirkstoff von Contergan.

Heidelberg, Hamburg – „Wir alle kennen die spektakulären Erfolge in der Arzneimittelforschung wie die zufällige Entdeckung von Penicillin als erstem Antibiotikum“, leitet Prof. Reinhard Jahn, Direktor Emeritus am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie, Göttingen und Vorsitzender der unabhängigen Jury zum Eppendorf Young Investigator Award seine Laudatio für den diesjährigen Preisträger ein. „Angesichts derart spektakulärer Erfolge vergessen wir allzu oft, dass es auch spektakuläre Misserfolge gibt. In einigen Fällen öffnen solche Fehler jedoch die Tür zu völlig neuen und unerwarteten Entdeckungen.“
Contergan-Katastrophe als Wegbereiter

Für den diesjährigen Preisträger Dr. Georg Winter, Gruppenleiter am CeMM-Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Wien trifft genau das zu. Einer der schlimmsten Vorfälle, der durch ein therapeutisches Medikament verursacht wurde, der Skandal um den Wirkstoff Thalidomid, vielen Deutschen besser als Contergan-Skandal bekannt, ebnete den Weg für seine Forschung, seine bahnbrechende Entdeckung und letztlich nun für seine Auszeichnung mit dem mit 20.000 Euro dotierten Eppendorf Young Investigator Award 2019. Die Preisverleihung fand am 27. Juni 2019 im EMBL Advanced Training Centre in Heidelberg statt.
Die „zweite Karriere von Thalidomid

Contergan erlangte in den 1950er Jahren traurige Berühmtheit als rezeptfrei erhältliches und für Schwangere empfohlenes Beruhigungs- und Schlafmittel. Mit fatalen Folgen. Der Wirkstoff Thalidomid führte in der frühen Schwangerschaft eingenommen vielfach zu schwersten Missbildungen der Föten.

In der Folge war Thalidomid für die Forschung „tot“ – „kein Forscher wagte es, den Wirkstoff anzufassen.“, so beschreibt es Prof. Jahn in seiner Laudatio. Bis in die frühen Neunziger Jahre sollte diese Schockstarre anhalten, dann entdeckten Forscher, dass Thalidomid bei der Behandlung bestimmter Myelome antiangiogen und wirksam ist. Heute werden mehrere Thalidomid-Derivate – sofern eine Schwangerschaft sicher ausgeschlossen werden kann – klinisch zur Behandlung verschiedener Krankheiten wie Lepra und Krebs eingesetzt.

Ergänzendes zum Thema

LP-Info: Der Contergan-Skandal und der Wirkstoff Thalidomid

Doch trotz dieser „zweiten Karriere“ von Thalidomid, blieb das „Warum“, also der molekulare Mechanismus, der fatalen teratogenen wie auch der therapeutischen Wirkung lange unbekannt. Erst 2010 entdeckte eine japanische Arbeitsgruppe das molekulare Ziel von Thalidomid: ein Protein namens Cereblon, kurz CRBN. Cereblon ist ein einzigartiger Substratrezeptor eines Ubiquitin-E3-Ligase-Komplexes, eines Protein-Komplexes, der in der Zelle normalerweise dafür sorgt, dass beschädigte Proteine abgebaut werden.
Therapeutisches Potenzial: Vollkommen neues Wirkprinzip kleiner Moleküle

Thalidomid wirkt offenbar jedoch nicht wie die meisten auf kleinen Molekülen basierenden Medikamente, indem es ein Enzym, einen Rezeptor oder einen Transporter hemmt, sondern indem es das interne Ubiquitin-Proteasom-System, das normalerweise geschädigte Proteine wie eine Art „zelluläre Müllabfuhr“ oder „zelluläre Zerstörungsmaschinerie“ entfernt, gewissermaßen „entführt“ und auf (intakte) Proteine umlenkt, für die sich das System ansonsten nicht interessieren würde.
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V.l.n.r: Dr. Axel Jahns, Vice President eBusiness Eppendorf, Dr. Wilhelm Plüster, Member of the Management Board, CTO, Eppendorf, Jury-Mitglied Prof. Laura Machesky, Dr. Georg Winter, Jury-Mitglied Prof. Maria Leptin sowie Jury-Vorsitzender Prof. Reinhard Jahn bei der Preisverleihung des Eppendorf Award for Young European Investigators 2019 am EMBL Advanced Training Centre in Heidelberg Der Preisträger des diesjährigen Eppendorf Award for Young European Investigators Dr. Georg Winter ist Gruppenleiter am CeMM-Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Wien. Mit dem 1995 initiierten Eppendorf Award for Young European Investigators würdigt die Eppendorf AG herausragende Forschungsarbeiten auf dem biomedizinischen Sektor und fördert damit junge Wissenschaftler in Europa bis zum Alter von 35 Jahren.
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Der 34-jährige Dr. Georg Winter hat im Rahmen seiner Forschung, die zu einer Publikation in Science führte [1] nun eine Methode entwickelt, wie sich auf Basis von Thalidomid-Derivaten bzw. heterobifunktionellen chemischen Verbindungen für ein Krankheitsgeschehen relevante Proteine sehr gezielt im Körper abbauen lassen. Die theoretisch nahezu generelle Anwendbarkeit dieses Prinzips hat enormes therapeutisches Potenzial für die Behandlung von Krebs beispielsweise von Leukämien, aber auch von anderen schwer therapierbaren Krankheiten wie neurodegenerativen Erkrankungen, einige Entzündungen oder Infektionen.

Die heterobifunktionellen Moleküle erlauben die gleichzeitige Bindung an zwei verschiedene Proteine: an das krankheitsverursachende Protein und an die E3-Ubiquitin-Ligase. Die Arzneimittelbindung induziert die molekulare Nähe beider Proteine ​​und damit die „Entführung“ der E3-Ligase zu Polyubiquitinisierung – dem molekularen Signal dafür, dass das Zielprotein über das Proteasom abgebaut wird. „Die meisten krankheitsverursachenden Proteine haben keine definierte biochemische Aktivität, die über ein kleines Molekül blockiert werden kann. Für viele von ihnen wird es jedoch möglich sein, niedermolekulare Liganden zu entwerfen. Diese binden lediglich an die Proteine und dienen so als Ankerpunkt für die E3-Ligase-Rekrutierung“, erklärt der Preisträger

Ergänzendes zum Thema

Zur Person: Dr. Georg Winter

„Dieses leistungsstarke System ermöglicht den Zugang zu Proteinen, die mit konventionellen pharmakologischen Methoden nicht erschließbar sind, und somit neue Behandlungsstrategien. Vielversprechende Resultate wurden sowohl in Zellkulturmodellen, als auch in vivo Modellen erzielt,“ so die Jury. Georg Winters Arbeit hat für großes Aufsehen in der pharmazeutischen Industrie gesorgt, spiegelt sich in etlichen Patenten wieder. „Das Paper gehört zu dem Top-1% der derzeit am häufigsten zitierten Publikationen und hat Unternehmen in der Arzneimittelentwicklung dazu veranlasst, Programme im Wert von mehreren Milliarden Dollar aufzulegen“, so der Laudator Prof. Jahn. Erste klinische Untersuchungen am Menschen laufen an.
Zielgerichteter Proteinabbau ist „radikal andere Methode in der Medikamentenentwicklung“

Georg Winter: „Ich fühlte mich unglaublich geehrt, als ich vom Gewinn des Eppendorf Award 2019 erfuhr. Dieser Preis würdigt unsere Arbeit an der Entwicklung einer generalisierbaren Methode für den gezielten Proteinabbau in vivo. Der zielgerichtete Proteinabbau ist eine neue und radikal andere Methode in der Medikamentenentwicklung. Wir erhoffen uns, dass durch diesen Ansatz zusätzliche krankheitsrelevante Proteine erschlossen werden können und somit neuen Therapien der Weg geebnet wird. Mein Beitrag zu diesem spannenden Thema wäre ohne die wegweisende Arbeit geschätzter Kollegen, den großartigen Support meiner Mentoren sowie die enge und erfolgreiche Zusammenarbeit mit meinem Team nicht möglich gewesen.“

Mit dem 1995 initiierten Eppendorf Award for Young European Investigators würdigt Eppendorf herausragende Forschungsarbeiten auf dem biomedizinischen Sektor und fördert damit junge Wissenschaftler in Europa bis zum Alter von 35 Jahren. Der Eppendorf Award wird in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftsmagazin Nature verliehen. Über die Vergabe entscheidet eine unabhängige Jury, bestehend aus

Prof. Reinhard Jahn (Direktor Emeritus am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie, Göttingen),
Prof. Dieter Häussinger (Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf),
Prof. Maria Leptin (EMBO, Heidelberg),
Prof. Martin J. Lohse (Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft, Berlin) und
Prof. Laura Machesky (Cancer Research UK Beatson Institute, Glasgow, UK).

Weitere Informationen zu Bewerbungsmodalitäten, Auswahlkriterien und bisherigen Preisträgern finden Sie hier.

Publikation:

[1]: Winter, G. E., Buckley, D. L., Paulk, J., Roberts, J., Souza, A., De-Phagano, S., and Bradner, J. E. (2015) Phthalimide Conjugation as a Strategy for in vivo Target Protein Degradation. Science 348, 1376-81.]]>
Contergan - eine chemische Betrachtung Mon, 01 Jul 2019 23:05:46 +0200
Thema: Zutaten des Lebens - von : werner https://www.contergannetzwerk.de/index.php/forum/197-Contergan---eine-chemische-Betrachtung/46036-Zutaten-des-Lebens.html#46036 https://www.contergannetzwerk.de/index.php/forum/197-Contergan---eine-chemische-Betrachtung/46036-Zutaten-des-Lebens.html#46036 www.spektrum.de/rezension/buchkritik-zu-chemie/1655542

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Rezension
26.06.2019


Zutaten des Lebens
Fundiert und fachlich tief gehend stellt dieses Buch die chemischen Bestandteile des Lebens vor.
von Katja Maria Engel
Wenn im Roman »Alice im Wunderland« das Mädchen in die Spiegelwelt eintaucht, dann ist ihr nur zu wünschen, dass sich auch ihre Stoffwechsel-Enzyme spiegelbildlich umwandeln mögen. Denn sonst könnte sie die Nahrung in der umgedrehten Welt wohl nicht schadlos verdauen. Darauf jedenfalls weist Achim Börner, Chemiker und Autor dieses Buchs, hin. Viele chemische Substanzen, so Börner, können in verschiedener Chiralität vorliegen – ihre Atome können also in unterschiedlichen Anordnungen vorliegen, die sich zueinander wie ein linker Handschuh zu einem rechten verhalten, sich also nicht durch Punktspiegelung ineinander überführen lassen.

Diese Chiralität war der Grund für den Contergan-Skandal der 1960er Jahre, als zahlreiche Kinder von Müttern, die das Arzneimittel Contergan eingenommen hatten, mit schweren Fehlbildungen auf die Welt kamen. Der Wirkstoff von Contergan kann in zwei räumlichen Anordnungen vorliegen, von denen eine als Schlafmittel, die andere hingegen fruchtschädigend wirkt. Die beiden Formen konnten sich innerhalb des Körpers binnen kurzer Zeit ineinander umwandeln.
Von Aminosäure bis Zitronensaft

Börners Buch ist vor allem eine Rundreise durch die Chemie, die das Leben auf der Erde ermöglicht. Er verarbeitet immer wieder aber auch Zitate aus der Literatur, Abbildungen aus der Malerei oder philosophische Gedanken. Der Professor für Organische Chemie an der Universität Rostock schildert unter anderem, wie sich der Kohlenstoff als Baumaterial des Lebens durchgesetzt hat, oder wie sich erdgeschichtliche Veränderungen des atmosphärischen Sauerstoffgehalts von praktisch Null bis auch mehr als 30 Prozent auswirkten. Er geht darauf ein, wie Nahrungsmittel verstoffwechselt werden, der menschliche Körper Stickstoffverbindungen entsorgt oder wie Aminosäuren aufgebaut sind. Nebenbei erklärt er alltagsnah, wieso Urin nach Spargelgenuss so stinkt, weshalb Zitronensaft Fischgerüche neutralisiert oder warum das berühmteste Parfüm der Welt »Chanel No 5« so umwerfend duftet.

Die Alltagschemie dient Börner dabei als Vehikel, um das Interesse seiner Leser(innen) an tiefer gehenden chemischen Details anzufachen. Oft wartet er dabei mit überraschenden Informationen auf. In einem Kapitel über Silizium und seine vielfältigen Verbindungen beschreibt er, dass manche Getreidearten Sandkörner, die scharfe Kanten und spitze Ecken aufweisen, als Fraßschutz in ihre Ähren einlagern.
Achim Börner
Chemie
Verlag: WBG Theiss, Darmstadt 2019
ISBN: 9783806238846 | Preis: 28,00 €]]>
Contergan - eine chemische Betrachtung Wed, 26 Jun 2019 18:39:44 +0200
Thema: Bisher unbekannte Akten aus dem Bereich der Firma Grünenthal - von : admin https://www.contergannetzwerk.de/index.php/forum/362-Stiftungsrat---öffentlich/46035-Bisher-unbekannte-Akten-aus-dem-Bereich-der-Firma-Grünenthal.html#46035 https://www.contergannetzwerk.de/index.php/forum/362-Stiftungsrat---öffentlich/46035-Bisher-unbekannte-Akten-aus-dem-Bereich-der-Firma-Grünenthal.html#46035 Zur Information als Betroffenenvertreter im Stiftungsrat der Conterganstiftung für behinderte Menschen

Unbekannte Akten eines ehemaligen Assessors, der zur Zeit des Conterganprozesses in der Rechtsabteilung bei der Firma Grünenthal beschäftigt war, durch die Conterganstiftung abgelehnt

In der letzten Stiftungsratssitzung der Conterganstiftung für behinderte Menschen kam heraus, dass die Tochter eines Juristen, der zum Zeitpunkt des Conterganprozesses Assessor in der Rechtsabteilung der Firma Grünenthal war, in dessen Nachlass Akten gefunden hat, die den Conterganskandal, insbesondere den Conterganprozess, betreffen, also Unerlagen zum Conterganskandal und persönliche Notizen des Rechtsassessors hierzu - mithin hochbrisantes Material......
Dieses Angebot der Erbin wurde den Betroffenenvertretern in der 108. Stiftungsratssitzung Ende 2018 durch die hemalige Stiftungsvorsitzende Marlene Rupprecht verschwiegen, obwohl zuvor, mir vorliegende umfangreiche Korrespondenz zwischen der Stiftung und der Rechtsanwaltskanzlei GSK Stockmann hierzu erfolgte.
Die Ministerialvertretern haben in der 109 Stiftungsratssitzung am 5.6.2019 durchgesetzt, dass die Conterganstiftung diese Akten nicht annimmt und in der Folge auswerten lässt. Vielmehr wurde in der Stiftungsratssitzung vom 5.6.2019 gegen meine Stimme beschlossen, dass der Erbin empfohlen wird, die Unterlagen einer unabhängigen Stelle zur Auswertung zu überlassen. Hergegen habe ich mich gewandt, weil die Stiftung damit nicht Eigentümerin der Akten wird und entscheiden kann, was mit den Unterlagen im Weiteren passiert, bzw. wer hierin Einsicht bekommt oder auch nicht. Entgegengehalten wurde uns Betroffenenvertretern, dass man sich bei der Annahme der Akten unter Umständen strafbar machen könne (Datenschutz, etc.), was ich was ich persönlich für Unsinn halte. Selbst wenn solche Probleme bestünden, wären diese umgehbar gewesen.
Komischerweise konnte man zuvor auch eine Ladung alter Akten durch die Firma Grünenthal (die sicherlich zuvor schon gut sortiert waren!!!) problemlos annehmen. Wo jetzt da der Unterschied zwischen - zum einen - der alten Lieferung von Akten durch Grünenthal und zum anderen der angebotenen Schenkung durch die Erbin des ehemaligen Rechtsassessors liegen soll, erschließt sich mir nicht. wohlgemerkt, allenfalls mit der einzigen Ausnahme, dass die Akten des Rechtsassessors nicht vorher gefilzt und noch sehr unangenehm hätten werden können.....

Diese Entscheidung durch den Stiftungsrat erfolgte damit gegen meinen Antrag als Betroffenenvertreter, die Akten durch die Stiftung anzunehmen und einer wissenschaftlichen Stelle zur Auswertung zuzuleiten. Das von mir vorgeschlagene Verfahren hätte den Vorteil, dass die Stiftung damit sehr wohl Herrin des Verfahrens geworden wäre und entscheiden könnte, was in Einzelnen mit den Informationen passiert.

Nunmehr wurde mir heute mitgeteilt, dass die Erbin des Rechtsassessors, der in der Zeit des Conterganprozesses in der Rechtsabteilung bei Grüenthal beschäftigt war, die gesammelten conterganspezifischen Unterlagen der Firma Grünenthal übergeben hat.

Ich sehe in dem Geschehenen - zumindest - eine verpatzte Chance für die Conterganopfer, quasi Unterlagen aus erster Hand für die Aufarbeitung des Conterganskandals zu generieren.

Sehr schade, und traurig!!!]]>
Stiftungsrat - öffentlich Wed, 26 Jun 2019 15:36:50 +0200
Thema: Kurzbericht zur 109. Stiftungsratssitzung - von : admin https://www.contergannetzwerk.de/index.php/forum/362-Stiftungsrat---öffentlich/46029-Kurzbericht-zur-109-Stiftungsratssitzung.html#46029 https://www.contergannetzwerk.de/index.php/forum/362-Stiftungsrat---öffentlich/46029-Kurzbericht-zur-109-Stiftungsratssitzung.html#46029 Kurzbericht zur letzten, 109. Stiftungsratssitzung

Vorab: Wie bekannt, liefen in den vergangenen Wochen die Abschlussarbeiten unseres Umbauvorhabens hier. Das hat mich so gefordert, dass ich es erst etzt zur letzten, 109. Stiftungsratssitzung berichten kann:

Die Sitzung hat besonders gezeigt, mit welcher Vehemenz das Ministerium die dortigen Interessen gegen die Betroffenenvertreter durchzusetzen bereit sind.
Hierbei war der Tagesordnungspunkt zur Rechnungsprüfung noch harmlos, obwohl uns, trotz mehrfachen Nachfragens, Details zu gewissen erheblichen Positionen, nach wie vor im Verborgenen geblieben sind.
Entsprechend haben wir Betroffenenvertreter der zusätzlich angereisten Frau Rupprecht die Entlastung verweigert.
Als skandalös empfinde ich, dass die Satzung geändert wurde und zwar neben redaktionellen Änderungen ausdrücklich so, dass wir Betroffenenvertreter weitgehend entrechtet werden, unsere Informationsrechte erheblich beschnitten wurden. In der Vergangenheit war so, dass wir Anspruch auf sämtliche Informationen bezüglich der Stiftung hatten. Mit der Satzungsänderung ist das nun so eingeschränkt, dass unzählige Punkte erfüllt sein müssen, um ein Informationsrecht durchzusetzen. Diese Bedingungen für Informationsrechte sind so schwammig formuliert, dass es im Zweifel in das Ermessen des Vorstands gestellt wird, ob wir eine Information bekommen oder auch nicht. Zu diesen jeweiligen,, die Rechte der Betroffenenvertreter beschneidenden Satzungsänderung, haben Andreas und ich jeweils unter Protest die Sitzung verlassen und verlangt, dass dieser Protest auch ausdrücklich in das Protokoll aufgenommen wird, so dass wir iin der Politik um entsprechende Hilfe in der Durchsetzung unserer Rechte gut bitten werden können. Gut war, dass bei diesen Vorgängen eine wissenschaftliche Mitarbeiterin von den Grünen im Auditorium und auch geschockt über den Umgang mit uns gewesen ist.
Überdies wurde der Anwaltskanzlei GSK Stockmann, die über die gesamte Sitzung auch einen Anwalt in der Runde hatte, der Prüfauftrag in Bezug auf die Grundakten erweitert.
Wirklich interessant war aber, dass in der Sitzung herauskam, dass es einen weiteren Aktenfund gibt..... Und dieser ist spektakulär! Es ist nämlich so, dass die Tochter eines Juristen, der zum Zeitpunkt des Conterganskandals Assessor in der Rechtsabteilung der Firma Grünenthal war, in dessen Nachlass Akten gefunden hat, die den Conterganskandal betreffen. Erstaunlich ist dabei, dass es bereits im September des letzten Jahres, also vor der letzten Stiftungsratssitzung 2018 eine Korrespondenz zwischen GSK Stockmann und der Stiftung zur Frage gegeben hat, ob man diese Akten annehmen soll oder nicht. Mithin ist belegt, dass Frau Rupprecht als Vorsitzende in der letzten Stiftungsratssitzung 2018 diesen sehr erheblichen Vorgang schlicht dem Stiftungsrat in ihrem Bericht verschwiegen hat. Das habe Ich in der letzten Sitzung entsprechend gerügt. Zudem lag die Entscheidung auf dem Tisch, wie man nun in der Angelegenheit weiter verfahren solle. Für mich offenkundig bestand insgesamt, sagen wir es freundlich, ein sehr geringes Interesse daran, das Angebot anzunehmen, so dass die Stiftung diese Akten bekommt. Mit dem Anwalt der Kanzlei GSK Stockmann wurde versucht, uns einzureden, dass bei einer Annahme der Akten Straftatbestände im Raum stünden. Ich hielt und halte das nach wie vor für kompletten Unsinn, so dass ich den Antrag gestellt habe, dass die Akten durch die Stiftung angenommen und sodann einer neutralen Stelle zur Auswertung übergeben werden. Gegen die Stimmen von Andreas und mir haben die Ministerialvertretern diesen Antrag abgelehnt. Stattdessen wurde der Vorschlag der Ministrialvertreter mit Mehrheit angenommen, dass der Erbin empfohlen wird, die Akten einem unabhängigen Institut zu überlassen.. Mein Einwand, dass man damit somit zu Dritten würde, gegenüber dem unabhängigen Institut keinerlei Einsichtsrechte mehr geltend machen könne (zum Beispiel wg. Datenschutz) Das hat hierbei keine Rolle mehr gespielt. Man muss sich dieser verdeutlichen: Was schreibt ein Rechtsassessor von Grünenthal privat auf, was sammelt er? Meines Erachtens nach wurde bewusst verhindert, dass unter Umständen wesentliche Dokumente des Conterganskandals an die Öffentlichkeit geraten.
Weiterhin lag ein Antrag auf dem Tisch, dass die Stiftung Geld von Grünenthal annehmen dürfe und zwar bei Vorgängen,die in einem direkten Zusammenhang mit dem Unternehmen stehen. Hierbei habe ich einen Änderungsantrag gestellt, dass die Stiftung Geld von Grünenthal annehmen darf, wenn diese Beträge an die Betroffenen ausgezahlt werden,, wobei der Vorstand gebeten wird, entsprechende Gespräche mit Grünenthal zu führen. Dieser Antrag wurde angenommen.]]>
Stiftungsrat - öffentlich Tue, 25 Jun 2019 19:46:54 +0200
Thema: Thomasgenie - von : tina 1961 https://www.contergannetzwerk.de/index.php/forum/263-öffentliche-Mitteilungen/46025-Thomasgenie.html#46025 https://www.contergannetzwerk.de/index.php/forum/263-öffentliche-Mitteilungen/46025-Thomasgenie.html#46025 erst einmal herzlich willkommen
hier im CND :
Wir wollen hier im CND Freundlich und Freundschaftlich miteinander umgehen .
und uns kennenlernen .
Daher möchte ich Dich bitten
dein Profil komplett auszufüllen und ein Persönliches Bild ( Lichtbild ) reinzustellen .

Ich bitte Dich dieses umgehend zu erledigen .
Ich danke dir für deine Mühe

LG Tina Moderatorin]]>
öffentliche Mitteilungen Tue, 25 Jun 2019 16:49:19 +0200