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Spar-Debatte schürt Angst bei Saarbrücker Behinderten 18.10.12
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THEMA: Spar-Debatte schürt Angst bei Saarbrücker Behinderten 18.10.12

Spar-Debatte schürt Angst bei Saarbrücker Behinderten 18.10.12 18 Okt 2012 20:26 #21991

  • Brigitte1959
www.saarbruecker-zeitung.de/aufmacher/lo...4479127#.UIBI0sUxqHM

Spar-Debatte schürt Angst bei Saarbrücker Behinderten
Von SZ-Redakteur Frank Kohler

Die Diskussion über Kürzungen bei der Eingliederungshilfe für Behinderte trifft die Mitarbeiter in den Betrieben mit voller Wucht. Denn für sie ist ihr Arbeitsplatz oft der Lebensmittelpunkt. Und jedes politische Vorhaben, das damit zu tun hat, lässt sie darum bangen. (Veröffentlicht am 18.10.2012)

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Bübingen. Ein typischer Morgen in den Bübinger Werkstätten. Manfred Zimmer (76) kommt aus dem Büro. Schon sind die ersten Mitarbeiter da, um ihn zu begrüßen. Sie nehmen ihn am Eingang strahlend in den Arm. Lachend kommen ihm weitere Männer und Frauen entgegen. „Guten Morgen, Herr Zimmer“, rufen sie ihm zu und gehen nach der Pause fröhlich wieder an die Arbeit.

Zimmer (76), der Vorsitzende der Lebenshilfe Obere Saar, kennt solche Szenen, weiß, wie wichtig die Arbeit für diese Menschen mit Behinderung ist. „Sie haben Freude an dem, was sie bei uns tun. Es ist ihr Lebensinhalt.“ Aber es gibt Schlagzeilen, die Zimmers gute Laune verschwinden lassen.

Es geht um Äußerungen des saarländischen Finanzministers Stephan Toscani (CDU) über Pläne, die Eingliederungshilfe für Behinderte um 20 Millionen Euro zu kürzen. Zimmer kennt die Folgen der in Gang geratenen Spardebatte nur zu gut: „So etwas erzeugt Angst. ,Herr Zimmer, machen die meine Werkstatt zu?', hat mich einer der behinderten Kollegen gefragt.“

Zimmer ist es wichtig, „unsere behinderten Menschen“, wie er sie nennt, mitreden zu lassen, sie auf dem Laufenden zu halten, ihnen zuzuhören, sie anzuspornen. Das ist gut für sie. Und für den Betrieb, der sich dem knallharten Wettbewerb stellen muss.

Denn die Lebenshilfe Obere Saar ist ein 1400-Mitarbeiter-Unternehmen, von dem seine Kunden dieselbe Qualität und Pünktlichkeit erwarten wie von allen anderen Geschäftspartnern. In der hellen Werkhalle arbeiten behinderte Kollegen unterdessen konzentriert an Aufträgen für die Firma Hager und das Freisener Werk des Tore- und Türenherstellers Hörmann. Stück für Stück wandert unter den aufmerksamen Blicken der Hauptamtlichen in die Transportkisten der Auftraggeber.

Zimmer kennt die Anforderungen solch renommierter Kunden gut, war er doch als Obermeister bei Siemens selbst lange als leitender Angestellter in der Produktion. Andererseits wissen er und seine Frau Ursula, was es heißt, einem Kind mit Behinderung all die Förderung zukommen zu lassen, die ihm zusteht und es voranbringt. Marlene, eine der beiden Zimmer-Töchter, ist behindert. Sie, heute in den Fünfzigern, hat trotz dieser Behinderung viel erreicht.

Denn die Zimmers akzeptierten nie die Grenzen, die andere ihrem Kind setzten. Marlenes erste Schritte ins Berufsleben bei der Lebenshilfe Obere Saar waren in den späten 1970er-Jahren für Zimmer der Grund, sich in die Vereinsarbeit einzubringen und andere zum Mitmachen zu motivieren. „Ich gründete zum Beispiel einen Elternrat.“

Viele weitere Ehrenämter, auch im Unternehmen Lebenshilfe Obere Saar, folgten – bis an dessen Spitze. Und so ist er, der Vereinsvorsitzende, als Ehrenamtlicher der Chef eines großen und zugleich ganz besonderen mittelständischen Unternehmens.

Dass er und seine Leute nicht nur für ihre Kunden, sondern auch im Umgang mit der Politik flexibel sein müssen, ist Routine. „Es kommt mit Sicherheit zu irgendwelchen Einschränkungen, aber die Logik erschließt sich mir nicht. Schon gar nicht im Zeitalter der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung.“

Aber im Kleinen trage die lange Arbeit der Lebenshilfe Obere Saar längst Früchte. Ob in Kleinblittersdorf, in Püttlingen oder Bübingen – ob in den Werken und Einrichtungen oder im Alltag nach Feierabend: „Überall dort ist ein respektvoller Umgang miteinander das Normalste von der Welt.“ Und darauf ist Manfred Zimmer stolz.

Stichwort
Die Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung Obere Saar e.V. hat rund 1400 Mitarbeiter. An der Spitze steht der Vereinsvorsitzende Manfred Zimmer. Die Lebenshilfe Obere Saar betreibt die Bioland-Bauernhöfe Wintringer Hof und Röthlinger Hof, zwei Hofläden, vier Werke in Bübingen und Püttlingen, zwei Wohnanlagen in Kleinblittersdorf und Püttlingen, zwei therapeutische Wohngruppen in Altenkessel und Kleinblittersdorf, eine weitere Wohngruppe in der Kleinblittersdorfer Rebenstraße, ambulante Dienste, die Tagesförderstätte in Bliesransbach, das Bistro im Atrium, dem Saarbrücker Haus der Wirtschaftsförderung, und zwei Schulkantinen. red
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