Die Bruchfestigkeit eines Blutdruck-Medikaments sorgt für einen Rückruf. (Symbolbild)
© KI-Bild: Magnus Hoppe/Gemini
Menschen mit Bluthochdruck müssen bei der Einnahme eines Medikaments vorsichtig sein. Betroffene Packungen lassen sich in der Apotheke umtauschen.
Dortmund – Das Blutdruck-Medikament Ramipril 5 mg des Herstellers 089Pharm mit Sitz in München ist von einem Rückruf betroffen. Der Grund für den Rückruf? Die Tabletten zerbrechen zu leicht – Dosierungsungenauigkeiten drohen. Rückruf von Ramipril-Tabletten – 36 Chargen müssen zurück
Der Hersteller erhielt mehrere Hinweise, dass die Tabletten einzelner Chargen zu leicht brechen. Beispielsweise, wenn Patienten das Medikament aus der Packung holen. Deshalb ruft die 089Pharm GmbH die Tabletten vorsorglich zurück. Bereits im Dezember hatte es Probleme mit dem Präparat gegeben, berichtet die Frankfurter Rundschau (FR).
Vom jetzigen Rückruf sind 36 Chargen betroffen. Die Packungen enthalten 20, 50 oder 100 Tabletten. Alle zurückgerufenen Chargen haben eine Haltbarkeit bis einschließlich Juni 2027. Präparate mit Verfallsdatum ab Oktober 2027 sind nicht vom Rückruf betroffen. Der Hersteller habe die Bruchfestigkeit mittlerweile angepasst.
Rückruf-Medikament weiter nehmen? Das müssen Patienten beachten
Der enthaltene Wirkstoff Ramipril sei laut Hersteller nicht gefährlich. Dieser bleibe sicher und wirksam. Patienten könnten intakte Tabletten weiter einnehmen. Wichtig: Zerbrochene Tabletten sollten Patienten nicht mehr einnehmen. Sonst drohen Dosierungsungenauigkeiten (weitere aktuelle Rückrufe gibt es bei RUHR24). Der Medikamenten-Rückruf richtet sich ausschließlich an Apotheken und den pharmazeutischen Großhandel. Apotheken müssen ihre Warenlager überprüfen und betroffene Packungen zurückschicken. 089Pharm vergütet Retouren zu 100 Prozent. Doch was sollen Patienten mit fehlerhaften Chargen machen? Rückruf von Blutdruck-Medikament: So gibt es eine neue Packung
Angebrochene Packungen können aus rechtlichen Gründen nicht wie bei Produktrückrufen üblich zurückgenommen werden. Die Lösung: Betroffene wenden sich mit ihrer Packung an ihre Apotheke. Dort erhalten sie auf Basis eines Privatrezepts eine Ersatzpackung aus einer nicht betroffenen Charge. Der Hersteller erstattet den Apotheken die Kosten über eine Gutschrift, heißt es auf Anfrage eines Apothekeninhabers aus Hessen.
Bei Fragen zum Rückruf können sich Patienten an den medizinischen Informationsdienst von 089Pharm wenden. Die E-Mail-Adresse lautet: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
Medikamenten-Rückruf: Was bewirkt der rezeptpflichtige Wirkstoff Ramipril?
Ramipril gehört zu den am häufigsten verordneten Medikamenten gegen Bluthochdruck, schreibt unter anderem die Franziskus-Apotheke aus Winterberg. Der Wirkstoff zählt zur Gruppe der ACE-Hemmer. Millionen Menschen in Deutschland nehmen das rezeptpflichtige Medikament täglich ein. Was sind ACE-Hemmer?
ACE steht für Angiotensin Converting Enzyme (deutsch: Angiotensin-Umwandlungs-Enzym). ACE-Hemmer blockieren dieses Enzym und gehören zu den wichtigsten Mitteln gegen Bluthochdruck und Herzschwäche.
Durch die Medikamente entsteht weniger Angiotensin II, ein Hormon, das Gefäße verengt und Blutdruck steigert. Die Gefäße erweitern sich, der Gefäßwiderstand sinkt, und das Herz pumpt entlastet Blut durch den Körper. Zusätzlich scheidet der Körper mehr Wasser und Natrium über die Nieren aus, was Blutdruck und Herz weiter entlastet.
Quellen: Deutsches Herzzentrum München, Deutsche Herzstiftung
Dem Portal Apotheke Adhoc zufolge hat die Bruchfestigkeit von Tabletten Einfluss darauf, wie schnell sich der Wirkstoff freisetzt. Wie bruchfest eine Tablette ist, hänge unter anderem vom Pressdruck ab.